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  20. März 2013     Allgemein Diäten      0 Comment

Atkins Diät

Bei der Atkins Diät handelt es sich um eine kohlenhydratreduzierende, also eine Low Carb Diät, welche auf den US-amerikanischen Mediziner Robert Atkins zurückgeht. Durch die Reduktion von Kohlenhydraten soll der Körper dazu angeregt werden, körpereigene Energiereserven aus den Fettdepots anzuzapfen und somit eine Gewichtsreduktion herbeizuführen. Gleichzeitig setzt die Atkins-Diät in der Ernährung auf Proteine und vor allem Fette, was zunächst paradox klingen mag. Tatsächlich ist die Atkins-Diät auch nicht unumstritten.

Kritisiert wird vor allem der nicht ausgewogene Speise-Plan, der mit einem Fettanteil von 50-60% zwangsläufig zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen führt, welche zusätzlich über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden sollen. Doch wie kommt es, dass die Atkins-Diät seit den 1970er Jahren eine so große überzeugte Anhängerschaft für sich gewinnen konnte? Das Prinzip der Atkins-Diät beruht auf der sog. Ketose. Durch die mangelnde Kohlenhydrat-Zufuhr ist der Körper gezwungen, Stoffwechselprozesse einzuleiten, welche körpereigene Energiespeicher – also Fettdepots – in Stoffe umwandeln, die dem Körper als Energiespender zur Verfügung stehen. Dabei werden die Fette in Keton-Körper – als Ersatz für die aus Kohlenhydraten gewonnene Glucose – umgewandelt. Der erhöhte Keton-Gehalt im Blut soll dabei eine Appetit-zügelnde Wirkung entfalten.

Die Diät ist in vier unterschiedliche Ernährungs-Phasen aufgeteilt, die sich in der Zufuhr von Kohlenhydraten langsam steigern. Gleichzeitig ist aber darauf zu achten, eine begrenzte Kalorienmenge nicht zu überschreiten, da die Atkins-Diät nicht als Freibrief für unbegrenzte Aufnahme fetthaltiger Lebensmittel missverstanden werden darf. In der ersten Ernährungs-Phase, die auf 14 Tage angesetzt ist, sollen täglich nicht mehr als 20g Kohlenhydrate verzehrt werden. So soll der Blutzuckerspiegel auf einem niedrigen Level gehalten und der Körper durch die Aufnahme von Fetten daran gewöhnt werden, vor allem hieraus seine Energie zu beziehen, da die ebenfalls in größeren Mengen an Proteinen vom Körper ausgeschieden und nicht gespeichert werden können.

Die Hauptbestandteile der Ernährung bilden hier Fleisch, Eier und / oder Soja-Produkte. Die geringe Menge aus Kohlenhydraten darf nicht aus Brot oder Getreideprodukten bestehen, sondern sollte sich aus Gemüse und Salat zusammensetzen. Wichtig ist es dabei, seine Blutwerte vom Arzt überprüfen zu lassen, um eine Übersäuerung des Körpers auszuschließen. Nach der ersten Einleitungsphase darf die erlaubte Kohlenhydrat-Menge pro Woche um jeweils 5g gesteigert werden, wobei das Repertoire an erlaubten Lebensmitteln um beispielsweise mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte oder Nüsse erweitert wird. In der zweiten und dritten Phase werden zusätzlich größere Mengen an Obst und Gemüse empfohlen, um drohende Mangelzustände zu verhindern.
Ebenso stehen begleitend zur Ernährungstherapie Sport und Bewegung als wichtige Elemente der Atkins-Diät auf dem Plan. Sobald die Gewichtskontrolle bei wöchentlicher Erhöhung der aufgenommenen Kohlenhydratmenge um jeweils 5g ergibt, dass das Körpergewicht nun stagniert, sollte die Kohlenhydratmenge wieder um 5g reduziert werden. Damit hat man seinen persönlichen Wert an erlaubten Kohlenhydraten ermittelt, der aufgenommen werden kann, um sein Gewicht zu halten. Dies leitet zugleich auch die letzte Phase der Atkins-Diät ein, die sog. lebenslange Erhaltungs-Diät.
Hierbei sind Lebensmittel wie Obst und Gemüse in größeren Mengen empfohlen. Getreide-Produkte wie Brot, aber auch Kartoffeln sollten in geringeren Mengen verzehrt werden. Insgesamt ist die Atkins Diät eine Abnehm-Variante, die nicht von jedem durchgeführt werden kann, auch wenn mehrere Studien keine signifikante Erhöhung der Blutfettwerte und damit ein erhöhtes Risiko beispielsweise für koronare Herzerkrankungen nachweisen konnten. Nicht eindeutig ist zudem, ob tatsächlich die Reduktion von Kohlenhydraten ausschlaggebend für den zwar geringen, aber merklichen Abnehmerfolg ist.

Vermutet wird ein Zusammenhang mit der Proteinaufnahme, welche beim Erreichen des Sättigungsgefühls eine Rolle zu spielen scheint. Nicht empfehlenswert ist die Diät für ältere Menschen, sowie Diabetiker und Patienten mit einer Nebenniereninsuffizienz, da durch der Ketose-Vorgang unter Umständen eine Übersäuerung des Blutes zur Folge haben kann, welche schlimmstenfalls eine lebensbedrohliche Azidose, also ein gefährliches Absinken des Blut-pH-Wertes auslöst.

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